"Nein heißt Nein!"

Slutwalk (Quelle: dpa)

SlutWalk gegen sexualisierte Gewalt

Am Samstag, den 15. September, findet zum zweiten Mal der so genannte SlutWalk statt. Eine Demonstration, die sich gegen sexualisierte Gewalt und bescheuerte und sexistische Anmachen richtet. Laut Studien sind 80 Prozent aller deutschen Frauen schon mal unangenehm angemacht oder sogar angefasst worden.

Die Frage ist immer: Wer fühlt sich davon schon belästigt und wer nicht? Persönliche Grenzen zählen ja leider vor Gericht nichts. FritzReporterin Magdalena Bienert beantwortet die wichtigsten Fragen zum SlutWalk.

Woher kommt die Idee zum SlutWalk überhaupt?

Es ist eine sehr junge Bewegung, die erst letztes Jahr ins Leben gerufen wurde, als ein Polizist aus Toronto über präventive Verbrechensbekämpfung gesprochen hat und dabei so was sagte wie: "Na, Frauen sollen sich halt nicht anziehen wie Schlampen, denn dann würden sie auch nicht vergewaltigt werden!" Das hat große Empörung ausgelöst und letztes Jahr sind daraufhin wirklich weltweit Frauen demonstrieren gegangen, um sich nicht in die Täterrolle drängen zu lassen, wenn ihnen was angetan wird.

Was man letztes Jahr dann über den SlutWalk in der Presse lesen und vor allem auch sehen konnte, waren Fotos mit nackten Frauen, oben ohne, was die ganze Aktion ja eigentlich wieder ad absurdum geführt hat...

Irgendwie ja, wobei es keinen ausdrücklichen Aufruf gab oder gibt: Hey, kommt bitte nackt! Und es waren von den 3.500 auch noch nicht mal die Hälfte leicht bekleidet, aber das bleibt halt hängen und führt eben auch zu Kritik, gerade unter den so genannten "neuen Feministinnen".

Also kann man sagen, wer sich am Samstag ab 14 Uhr beim SlutWalk beteiligen möchte: Sehr gern, aber bitte angezogen? Aber das kann und soll ja auch nicht die Lösung sein, oder?

Außer, dass dann vielleicht die Medien auch die Transparente abdrucken würden, die zu den Brüsten gehören. Oder Ihr schreibt Eure Botschaft gleich auf's Dekolleté! Im nächsten Jahr soll es auch wieder eine Demo geben, aber dann auch vielleicht eher unter einem anderen Namen.

Der SlutWalk ist eine Demo gegen Täter-Opfer-Umkehrung: Also Euer Outfit, egal wie knapp, rechtfertigt nie eine sexuelle Anmache.

Slutwalk Berlin

Wann: 15. September 2012, Start 14 Uhr
Wo: Start am Pariser Platz / Brandenburger Tor, Abschlusskundgebung am Strausberger Platz

Alle Infos findet Ihr auch auf der Website des SlutWalk Berlin und die Route hier.

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Hollaback Berlin

Eine weitere Inititative gegen sexuelle Belästigung ist das Blog "HollaBack!Berlin". Zu fragwürdigen "Anmachen" haben die Macherinnen eine klare Meinung: "Wenn es Dir unangenehm ist, ist es nicht okay!".

Dieses Blog soll eine Möglichkeit bieten, nicht nur im Stillen zu wüten, sondern Belästigungen öffentlich zu machen, sich zu wehren und Tipps auszutauschen. Bei den RadioFritzen am Freitagnachmittag wird Julia Brilling, eine der Gründerinnen des Blogs, zu Gast sein.

 

Beitrag vom Fr, 14.09.12

Audios

Play FritzReporterin Magda Bienert berichtet vom SlutWalk Berlin 3:41
Play Blöde Anmachen, unangenehme Blicke 1:46
Play Birte wurde im Bus begrapscht 2:40

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