Alltagsrassismus

Ein schwarzes Gummibärchen wird von weißen Umzingelt (Quelle: Flickr.com, Daviniodus, CC: by, nc, sa)

Wo fängt der an - und was lässt sich dagegen tun?

Bäm! Das sitzt: In der U-Bahn nuschelt ein älterer Mann erst zehn Minuten lang krudes Zeug vor sich hin, dann spuckt er auf einmal auf den Boden neben sich und sagt laut und hörbar: "Neben der Negerfotze sitz ick nich!". Gemeint ist eine etwa 13-Jähriges Schülerin, die bis vor zwei Sekunden dem Typen gegenüber saß. Jetzt ist sie aufgesprungen, sucht in der überfüllten Bahn einen Weg weg von dem Kerl, irgendwohin, wo niemand den Spruch gehört hat.

Und wir anderen? Die eine Hälfte tut so, als wär nichts passiert: In Berlin sind eh lauter Spinner unterwegs, da ist so ein Spruch nichts Besonderes. Die andere Hälfte murmelt "So'n Scheiß, was soll denn das?" und lächelt dem Mädchen pflichtschuldig zu. Nur ein Mann versucht was anderes: Er geht zu dem Alten, duckt sich runter auf Augenhöhe und sagt laut und hörbar: "Und ich fahr mit so einem Naziwichser nicht in der selben Bahn. Raus hier!".

Mitten drin im rassistischem Einerlei

Eine Situation von vielen, eine der härteren Sorte. Alltagsrassismus zeigt sich nicht immer so plump, dumm und laut - manchmal ist es auch einfach ein Foto auf Facebook - "Eine Katze mit Hitlerbärtchen, wie lustig!" - ein Spruch unter Kollegen - "Na, Du alter Japse!" - oder ein nachgeschobener Halbsatz - "Ich hab ja nichts gegen Türken, aber..." - und schon steckt man mitten im rassistischen Schwachmaten-Schwurbel. Auch wenn's natürlich gar nicht so gemeint war...

Aber was tun dagegen?

Ihr wurdet angepöbelt oder habt so eine Situation miterlebt? Genau da helfen die Antidiskriminierungsstellen von Bund und Ländern weiter:

- Das Berliner Netzwerk ADNB  hält eine Art To-Do-Liste parat, gerade für Opfer von diskriminierender Anmache: Wie verhalte ich mich richtig?

- Auch die Brandenburger Beratungsstelle Opferperspektive hilft weiter, etwa mit der "Toolbox gegen rechte Gewalt".

- Der Bund bietet auch eine Beratung an, sogar eine juristische!

Und auch wir RadioFritzen haben weitergeforscht. Zuerst haben wir den Alltagsrassisten Peter kennengelernt - und dann ging es mit Kathrin Thüring ans Eingemachte. Ach, und eine Frage haben wir da noch an Euch. Nach dem Klick!

Beitrag vom Di, 25.09.12

Audios

Play Peter, der Alltagsrassist 2:34
Play Peter: Nach der Läuterung ist vor der Läuterung 2:45
Play Untersucht: Warum wir denken, dass Asiaten alle gleich aussehen 4:07
Play Kathrin Thüring und die Spielplatzverderber 8:47

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Kommentare

1
@Sophie

Puh, das geht so natürlich nicht. Das geben wir sofort mal weiter. Danke für den Hinweis.

Holger_Fritz 26.09.2012 10:20 antworten
2
Alles schön und gut...

... aber dann solltet ihr dem Personal des Fritzclubs (Tür) eindeutig mal ne Schulung bezahlen. Denn wenn man dort als nicht eindeutig Deutscher aufkreuzt und mit den Worten "Kanacken kommen nich rein" abgeweisen wird, fällt das ganz klar in diese Kategorie.

Sophie 25.09.2012 18:27 antworten
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