Neues Wort
Putin gegen Pussy Riot
Jahrestag des Protests gegen Russlands Präsidenten
Eine Punk-Band, die gegen das System wettert, ist ja nichts wirklich Neues. Dass Bands manchmal in Kirchen spielen, schockt auch niemanden. Dass die russische Punk-Band Pussy Riot die größte Kirche Moskaus stürmte, um sich darin kurz vor der Präsidentschaftswahl singend und tanzend gegen das System zu stellen und Herrn Putin persönlich ans Bein zu pinkeln, ist da schon eine ganz andere Nummer.
Am 21. Februar 2012 sind die Mädels der Band in das Heiligtum der russisch-orthodoxen Kirche eingefallen, um in Ihrem "Punk-Gebet" dazu aufzurufen, dass die Mutter Gottes Russland von Wladimir Putin erlösen solle.
Zwei Jahre Haft für den Protest
Klar, dass die Offiziellen nicht lange zögerten: Drei Mädels der Band Pussy Riot wurden sofort in Untersuchungshaft genommen, die noch bis diesen 2013 verlängert wurde. "Rowdytum aus religiösem Hass", so lautet der Vorwurf. Im Prozess, der am 30. Juli 2012 begonnen hatte, war zunächst die Rede von sieben Jahre Arbeitslager für die Punk-Mädels. Nachdem Präsident Wladimir Putin sich Anfang August für eine milde Strafe ausgesprochen hat, bekamen zwei Mitgliederinnen zwei Jahre Haft. Eine weitere ist auf Bewährung frei.
Richterin Marina Syrowa begründete das Urteil damit, dass die drei Russinnen "keine Reue gezeigt", die "öffentliche Ordnung verletzt" und die "Gefühle der Gläubigen beleidigt" hätten. Begleitet wurde die Urteilsverkündung von heftigen Protesten vor dem Gerichtsgebäude in Moskau.
Urteil könnte Kritiker abschrecken
Bei der Aktion wurden nicht nur die Kirche und Staat kritisiert, schätzt unser Auslandskorrespondent Markus Sambale die Lage ein. Auch auf deren besonders enge Verzahnung wollten die Punkerinnen hinweisen. Dass der Staat danach zeigen wolle, dass er nicht alles mit sich machen lässt, verwundert keinesfalls. Das drastische Strafmaß, das den Mädels angedroht wurde, sollte sicher auch die Protestbewegung im Land abschrecken, so Sambale.
Soli-Aktion in Berlin
In Berlin gab es am 8. August 2012 eine Solidaritätbekundung - von niemand geringerem als Peaches! Die Electro-Clash-Lady hatte dazu aufgerufen, gemeinsam für die Musikerinnen zu demonstrieren - und nebenbei wurde auch noch ein Video gedreht. Wie bunt die Kundgebung aussah, erfahrt Ihr im Audio!
Das Berufungsurteil
Im Oktober 2012 wurde Pussy-Riot-Mitglied Jekaterina Samuzewitsch aus der Haft entlassen. Die Anwältin der 30-Jährigen konnten klarstellen, dass sie bei dem Punkgebet gar nicht dabei war. Polizisten hatten Samuzewitsch bereits kurz vorher festgenommen. Ein Moskauer Berufungsgericht wandelte ihre Haftstrafe daher am 10. Oktober in eine Bewährungsstrafe um. Die anderen Bandmitglieder sitzen nach wie vor im Straflager.
Gerüchte über Streit
Ein Jahr nach dem Punk-Gebet, Im Februar 2013, gibt es Gerüchte, das die Mitglieder zerstritten sind. Es soll Krach wegen den Namensrechten an der Marke "Pussy Riot" gegeben haben. Unsere Russland-Korrespondentin Heide Rasche zieht ein Jahr nach der Aktion eine eher traurige Bilanz. Die Lage in Russland sei schlimmer geworden. Der Jahrestag wurde dort nicht sonderlich groß begangen. Wie es weiter geht, erfahrt Ihr ebenfalls in den Audios.
Beitrag vom Do, 21.02.13
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..2 jahre zwangslager für 1min singen..armeselige und hilflose justiz..hätten die einfach singen dürfen, hätte es keine Sau interessiert...
die armen Eltern.
diese super "Punkband" macht es sich ganz schön einfach. Erstmal Hausfriedensbruch begehen, randalieren ohne Erlaubnis und eine Glaubensgemeinde kränken. Hurra. Wenn die das bei mir zu Hause gemacht hätten wär ich auch sauer! Und Putin aufn Schlips treten ist ja wohl auch nicht schwer. Lahme Geschichte.