Mitfahrgelegenheit macht Diebe

Ein Vogel auf einem Fahrrad. Nicht mehr, aber auch nicht weniger (Quelle: dpa)

Profi-Fahrer rauben uns den Spaß am günstig reisen

Von A nach B - und das möglichst günstig. Eigentlich ist dafür die Mitfahrgelegenheit die beste Wahl. Private Fahrer haben noch Platz im Auto, stellen ihre Strecke ins Internet und dann melden sich Leute, die an den gleichen Ort wollen. So teilt man sich den Sprit und hat – wenn’s gut läuft – auch noch ein nettes Gespräch.

Doch diese komfortable Art des Reisens wird unterwandert: von Profi-Fahrern. Die sind oft mit Kleinbussen unterwegs und wollen richtig Asche machen. Und in so einem Bus ist die Reise oft viel nerviger als in einem kleinen PKW. Wir beantworten Euch die wichtigsten Fragen zu diesem Mumpitz und was Ihr dagegen tun könnt.

Wird richtig abgezockt bei der Mitfahrgelegenheit?

Jein. Ihr kommt zwar an Euer Ziel, aber relativ unentspannt: Es gibt immer mehr Fahrer, die die Mitfahrgelegenheit nutzen, um schwarz Kohle zu machen. Das streiten die Betreiber der Webseite zwar ab – die sagen, es gibt nur ganz wenige, die das machen, also so ungefähr einer unter tausend – aber wenn man so an die typischen Abfahrtsorte geht, sieht das ganz anders aus. Am ICC in Berlin an einer Tankstelle und am Bahnhof Zoo warten mehr Kleinbusse als normale Fahrer.

Das Nervige: Die Fahrt kostet genauso viel wie in einem kleinen PKW und ist unbequemer und dauert viel länger.

Wie sieht es mit der Sicherheit aus?

Oft fahren diese Leute ihre Strecken dann auch mehrfach am Tag. Das macht die ganze Sache nicht unbedingt sicherer. Und: Viele dieser Fahrer überbuchen ihr Auto auch, um sicher zu gehen, dass es voll ist. Und dann steht man da – wenn man Pech hat.

Wie lukrativ sind die Fahrten für die Kleinbusfahrer?

Man braucht ja nur mal zu rechnen: die Strecke Berlin-Frankfurt mit so einem Transporter. Das sind 7 mal 30 Euro, also 210 Euro – da bleibt nach dem Tanken schon noch was übrig.

Der Geist der Mitfahrgelegenheit – der Community-Gedanke – geht da natürlich nach und nach verloren. Aber natürlich: Wer einfach billig von einem Ort an den anderen will, für den sind auch die Busse praktisch.

Wie kann man denn vermeiden, dass man mit solchen Typen mitfährt?

Das ist gar nicht so einfach, weil die mit allen Tricks arbeiten. Zum Beispiel werden mehrere Fahrten inseriert - mit unterschiedlichen Namen und Telefonnummern und wenn man dann anruft, sagen sie, dass sie mit einem kleinen privaten Auto fahren würden. Wenn man ankommt, steht da aber eben doch so ein Transporter.

Man muss einfach schauen, wie die Anzeige auf der Webseite geschrieben ist und ob es mehrere Fahrten gibt, die zur ungefähr gleichen Uhrzeit vom selben Ort aus angeboten werden – dann könnte es so ein Kommerzieller sein. Man kann das schon erkennen, wenn man genau hinschaut.

Beitrag vom Mo, 23.07.12

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