Neues Wort
Vom Ramadan zum Zuckerfest
Täglich 16 harte Stunden für Muslime
Fasten - das klingt in etwa so angenehm wie Fernsehverbot. Oder doch nicht? Immerhin fasten viele Muslime freiwillig vier Wochen lang im Ramadan, dem neunten Monat des islamischen Mondkalenders. Aber warum?
Disziplin sieht ja normalerweise so aus: Man gönnt sich zum gemütlichen Fernsehabend mal nicht die Maxi-Tüte Chips, sondern bastelt sich in der Küche ein paar Gemüse-Sticks. Ist Verzicht, bedient die Gesundheit – müsste also Disziplin sein. Tolles Gefühl!
Ha! Das ist gar nichts. Der Ramadan, der islamische Fastenmonat, der in diesem Jahr am 20. Juli beginnt, verlangt da schon ein bisschen mehr. Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang sind sämtliche Speisen und Getränke verboten. Die Sonne geht an diesem ersten Tag des Ramadan um 5:09 Uhr auf und um 21:16 Uhr unter. Das heißt, dass gläubige Muslime mehr als 16 Stunden ohne Essen und Trinken aushalten müssen. Hört sich extrem hart an - aber die meisten halten sich dran.
Für sie ist der Ramadan ein Monat der Besinnung, eine Art Gottesdienst, der dazu da ist, Gott näher zu kommen und sich zu konzentrieren. Etwa darauf, dass Nahrung etwas Besonderes, Gottgegebenes ist. Beim allabendlichen Fastenbrechen, wenn sich Familie und Freunde treffen, um gemeinsam zu beten und zu essen, wird dann genau dieser Aspekt lebendig.
Das Zuckerfest - das Ende des Fastens
Bei Croissant mit Marmelade, Spaghetti Bolognese und Kuchen läuft wahrscheinlich jedem das Wasser im Mund zusammen, besonders denen, die jetzt vier Wochen langen fasten mussten.
Ab Sonntag ist die Welt zumindest dahingehend wieder in Ordnung. Der Fastenmonat Ramadan ist vorbei - er endet am 19. August mit dem Zuckerfest.
Dieses Jahr war das Fasten noch härter als sonst, weil es im Sommer war. Der Ramadan verschiebt sich nämlich jedes Jahr um ein paar Tage. Wann das Fasten stattfindet, richtet sich nach dem islamischen Mondkalender. Und weil der nicht genau so wie unser normaler Kalender funktioniert, beginnt der Ramadan zum Beispiel in 20 Jahren Anfang Dezember. Da wird’s hoffentlich nicht ganz so schwer.
FritzReporterin Marwa Eldessouky erklärt Euch mehr dazu!
Beitrag vom Fr, 17.08.12
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