Das GEMA-Thema

Das Gema-Logo vor dem Bild eines Clubabends (Quelle: Fotomontage, DPA)

Club vs. Verwertungsgesellschaft

  • Leute, es gibt Streit. Aber keinen schönen - und wir als tanzendes Fußvolk hängen da auch irgendwie mit drin: Die Musikrechte-Verwertungsgesellschaft GEMA, die dafür sorgt, dass Musiker einen Teil von dem Geld  abbekommen, welches mit ihrer Musik gemacht wird, will nämlich von Clubs mehr Geld als bisher. Dafür hat die GEMA aus dem bisherigen Tarifwirrwarr ein neues Tarifwirrwarr gemacht - obwohl eigentlich alles einfacher werden sollte.

    Mit dem neuen Tarif sollen Clubbetreiber dann zehn Prozent der Eintrittsgelder, die sie erwirtschaften, an die GEMA abtreten. Außerdem gibt es noch eine Tarifstaffelung nach der Länge der Veranstaltung und der Raumgröße.

    Insgesamt ist das alles viel zu viel! finden Berliner Clubbetreiber. So konnten sich etwa die Betreiber des Prince Charles ausrechnen, dass sie statt der 7.000 Euro jährlich, die sie bisher zahlen, ab 2013 77.000 Euro an die Gema zahlen müssten.

    Die Konfliktpunkte:

    Das sagt die GEMA
    • Die Clubs machen Ihr Geld mit der Arbeit der Musiker, das muss aureichend honoriert werden
    • Der neue Tarif ist einfacher
    • Mini-Veranstalter - wie etwa Veranstalter von "Einmal-Partys" - stehen mit dem neuen Tarif besser da

    Das sagen die Berliner Clubbetreiber
    • Clubs sind Teil des Kulturlebens und bereichern die Stadt, sind aber vielfach von der Schließung bedroht, etwa durch steigende Mieten - und jetzt auch noch durch den neuen GEMA-Tarif
    • Der neue Tarif ist keine Vereinfachung des Systems
    • Mini-Veranstalter - wie etwa kleine Clubs - stehen mit dem neuen Tarif keinen Deut besser da

    Und wir stehen dazwischen und wollen doch einfach nur tanzen gehen. Im November hatte sich die Gema mit drei Branchenverbänden darauf geeinigt, dass diese Verbände einen Nachlass von 20 Prozent auf die GEMA-Gebühren bekommen. Hurra? Eher nicht. Seltsamerweise sind das nämlich drei Verbände, die irgendwie keiner so richtig kennt, die aber angeblich Diskotheken und DJs vertreten. Zudem ist dieser Rabatt nichts Neues: Auch die Club Commission hat den für ihre Mitglieder schon mit der GEMA ausgedeubelt. Der Vorsitzender der Club Commission, Olaf Möller, ist dementsprechend sauer.

    Tarifreform vorerst geplatzt


    Im Dezember 2012 gab es für diejenigen, die protestiert haben, ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk: Die Gema-Tarifreform ist geplatzt – zumindest vorerst. Denn die Gema hat dem öffentlichen Druck nachgegeben und die Reform ausgesetzt, wodurch vielen Clubbetreibern ein Stein vom Herzen fällt: für 2013 müssen erstmal keine übermäßigen Rücklagen gebildet werden. Allerdings soll 2013 eine bis zu 15-prozentige Tariferhöhung kommen. Damit können die Clubs aber erstmal leben. Und 2014 soll es dann die überarbeitete Reform geben. 

    Mal schauen, wie der Streit ausgeht - wir halten Euch an dieser Stelle und in den FritzInfo Nachrichten auf dem Laufenden!

  • Ein rotes Ampelmännchen (Quelle: flickr.com, User: marfis75, CC: by, sa)

    Die Streitpunkte

    Die Kurzfassung reicht Euch nicht? Gut! Dann lest im Studiogespräch mit den FritzReportern Magdalena Bienert und Christoph Schrag noch mal nach, was sich GEMA und Clubs genau an die Köppe werfen.

  • Rotes Radio in der Nahaufnahme (Foto: masochismtango/flickr.com | cc: by, sa)

    Der radioeins-Kommentar

    Lorenz Maroldt kommentiert für radioeins die Anti-Gema-Proteste der Berliner Clubbetreiber und meint: Clubbetreiber sind keine Altruisten, die aus lauter Nächstenliebe Partys veranstalten, sondern Geschäftleute, die Geld machen wollen - und dann bitte auch Geld zahlen sollen.

  • Pappteller mit einer aufgemalten Wurst und einem Klacks echtem Senf (Foto: guukaa/flickr.com | cc: by, nd)

    "Mein Senf zum GEMA-Senf"

    Volker Surman nicht nur einer der Brauseboys, sondern auch Autor, Verleger, Vorleser und Ehrenamtler. Er hat oft und viel mit der GEMA zu tun und sich deshalb so seine Gedanken zur aktuellen Diskussion gemacht. Umfangreich und lesenswert! Wer zum GEMA-Thema wirklich Bescheid wissen will, sollte also hier klicken:

    Browserboy - Kommentare zum Weltgeschehen

  • Ein Mädchen, das von einem Scheinwerfer grün angeleuchtet wird, guckt wütend in die Kamera (Quelle: flickr.com, User: Eneas, CC: by)

    Viele Argumente!

    Auf der Open-Democracy-Seite Openpetition.de liefern sich Gegner und Befürworter des neuen GEMA-Tarifs einen Schlagabtausch. Sehr informativ! Und das Beste: Die Diskussion ist für jeden offen.

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Kommentare

1

7.000 Euro im Jahr, ist doch ein Witz! Und genau deshalb werden die Gebühren so angezogen, weil viel zu wenig bezahlt wurde aber auf Basis von Musik Geld gemacht wird. Und weil die Mieten steigen, sollen Urheber auf ihr Geld verzichten? Ein faire Bezahlung sollte sein und das was Discobetriebe bezahlen ist im Vergleich zu Konzertveranstaltern mehr als lächerlich.

Bine 06.09.2012 10:12 antworten
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