Immer wieder aufstehen
Finn-Ole Heinrich: „Gestern war auch schon ein Tag“
Er wird schon gehandelt als einer der neuen jungen Wilden der Literatur, aber er kommt ohne Fäkalsprache und große Schockmomente aus. Auf der Buchmesse durfte er mit seinen 26 Jahren an der Seite von Nobelpreisträgerin Herta Müller lesen: Finn-Ole Heinrich. Sein neuer Erzählband heißt „Gestern war auch schon ein Tag“.
Finn-Ole Heinrich schreibt über Wendepunkte im Leben, über die leisen, unausweichlichen, an denen plötzlich alles kippt und das Glück weg ist und nichts mehr ist wie vorher. Wie in der Geschichte „Zeit der Witze.“in der eine Frau ihr Bein verliert und ihr Freund damit überhaupt nicht klar kommt, weder beim Sex. noch sonst:
Finn-Ole Heinrichs Sprache ist klar und nüchtern, seine Geschichten sind schrecklich, sie ergreifen einen förmlich. Jede einzelne Erzählung ist so dicht, dass sie mindestens für einen Roman taugt oder wenigstens für eine Verfilmung. Tolles Buch!
Was: „Gestern war auch schon ein Tag“ von Finn-Ole Heinrich
Wo: Mairisch Verlag
Wieviel: 160 Seiten, 16,90 Euro