So war: A$ap Rocky

14. Juni 2012, 21:00

künstler vor usa flagge (c) promo

Es war einmal ein kleiner Junge namens Rakim, benannt nach dem wohl technisch besten Rap-MC aller Zeiten. Rakim wuchs im New Yorker Brennpunkt Harlem auf, sein Vater saß während seiner Kindheit wegen Drogenhandels im Gefängnis und sein Bruder starb in einer Straßenschießerei, da war er zwölf Jahre alt. Mit dem Erlebten versucht er mit Hilfe von Reimen klarzukommen. Fakt ist, dass diese Geschichte nach der eines "typischen" amerikanischen Rappers klingt. Aber er ist anders. Er will nicht mit anderen Internet-Rappern verglichen werden, die ihre Erlebnisse einfach nur simple vertont verbreiten. Er verfolgt höhere Ziele. Er will das Hip-Hop-Genre übernehmen - A$ap Rocky.

Was seine Energie und Motivation betrifft, könnte ihm das auf jeden Fall gelingen. Sein Blick, mit dem er die Bühne betrat, sagte alles: "Ich zerleg den Laden hier heute in seine Einzelteile!" Er ist dann auch direkt mit seinen bekanntesten Songs eingestiegen, "Purple Swag" und "Wassup" und hat soviel Gas gegeben, dass er die Leute sofort im Griff hatte. Als er dann auch noch sofort in die Menge gesprungen ist, war klar: So ein krasser Vibe zwischen Rapper und Publikum war lange nicht mehr zu spüren gewesen.

Der Sound war dagegen nicht ganz so astrein: Der Bass war unglaublich breiig und die Stimmen waren verzerrt. Es hörte sich fast so an, als ob die Mikros kaputt gewesen wären. Man konnte wirklich nur schwer heraus hören, was da gerade auf der Bühne passierte. Und obwohl A$ap Rocky und sein Kumpel direkt am Anfang schon über den Sound gemeckert haben, wurde es leider den ganzen Abend nicht wirklich besser.

Doch, den allermeisten im Publikum war das völlig egal. Asap Rocky hatte nach 'ner halben Stunde anscheinend überhaupt keinen Bock mehr, in sein krüppeliges Mirko zu rappen. Also hat er's einfach weggelegt, zehn, fünfzehn Leute auf die Bühne geholt und einfach mit allen zusammen zu seinen Songs von Band gefeiert – Ghettoblaster-Party eben! Und niemand hat gebuht!

Fazit: Trotz schlechtem Sound und nur einer Stunde Konzert, können wir dem Auftritt von Hip Hop-Newcomer A$ap Rocky im Festsaal Kreuzberg fast schon das Prädikat "legendär" verleihen!

Beitrag vom Fr, 15.06.12

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